Monday, 11 December 2017

Nahezu 18 Jahre und 9 Monate liegen zwischen diesen beiden Fotos !

Am 19. März 1999 ließ die DP-Bürgermeisterin  der Stadt Luxemburg Frau Lydie Polfer vier Gelenkbusse aneinanderkoppeln und von dem ehemaligen Arbed-Hauptsitz bis zum boulevard Royal fahren. Sie wollte so veranschaulichen, was für ein Verkehrshindernis eine Trambahn (damals BTB Projekt) darstellen würde.

Gestern nun nahm Frau Polfer – O Wunder – das erste Teilstück der neuen Trambahn zusammen mit dem Großherzog und dem Transportminister in Betrieb. Dieser Tag sei ein Meilenstein in Sachen Mobilität und Attraktivität der Stadt, meinte sie in ihrer Ansprache.

Auf Distanz blieb dagegen der neu-alte CSV-Schöffe Laurent Mosar, welcher als Gemeinderatsmitglied am 26. Oktober 1998 erklärt hatte: ”Der eigentliche Stein des Anstoßes liegt bei der Linienführung mitten durch das Stadtzentrum. Die CSV kann sich schlecht vorstellen, einem Projekt zuzustimmen das an dieser Linienführung  [Bahnhof-Stadtzentrum] unter den gegebenen Bedingungen festhält.” Um das damalige BTB-Projekt zu Fall zu bringen, hatten eine Reihe von DP und CSV-Größen sogar eine Bürgerinitiative gegründet. Der DP-CSV-Schöffenrat mit unter anderem Herrn Mosar erklärte schließlich am 31. Januar 2000, er sehe keine Notwendigkeit für ein weiteres Verkehrsmittel durch das Zentrum der Stadt.

Ein Verkehrschaos wie das vom 19. März 1999, welches das Tageblatt tags darauf Frau Polfer wegen ihrer Aktion anlastete, gehört heute – bezeichnenderweise ohne Tram – zum Alltag in der Stadt Luxemburg. An dieser Lage tragen die Politiker von DP und CSV eine Hauptschuld : Mit ihrem Sturm gegen das BTB-Projet vor den Gemeindewahlen des Jahres 1999 hat sich der Bau der Trambahn um 15 Jahre verzögert. Nachdem die Tram nun endlich fährt, sind allerdings weitere Schritte dringend erfordert.

Zum einen der Ausbau der Straßenbahn, besonders auch in Richtung Umland und zum anderen ihre Einbettung in ein Gesamtkonzept des öffentlichen Transports, das besonders auch die Busse berücksichtigt. Diejenigen städtischen Busse, die durch die Straßenbahn ersetzt werden, müssen zum Ausbau direkter Verbindungen zwischen den Stadtvierteln genutzt werden, um ein zu häufiges Umsteigen Bus-Tram-Bus zu vermeiden. Daneben sind ein Netz von genügend breiten und gesicherten Fahrradwegen, sowie die Bevorteiligung der Fußgänger gegenüber dem Auto unabdingbar. Die Prioritäten lauten : Öffentlicher vor individuellem Transport, sanfte Mobilität vor motorisierter. Dass DP und CSV diese Prioritäten umsetzen werden, ist wohl eher unwahrscheinlich !

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